Das Ameisenimperium



Bernard da Costa Übersetzung: Karla Berkefeld

(L'empire des fourmis) , 3 (2) D, 10 (9) H, , 1 Grunddek.

 

Authentische Szenen aus dem Spätkapitalismus: Ein Mann dringt in das Büro eines Generaldirektors ein. Es handelt sich um einen entlassenen kaufmännischen Angestellten, der seinen ehemaligen Chef als Geisel nimmt und Schadenersatz verlangt. Das Geiseldrama nimmt einen unerwarteten Ausgang, als dem Direktor die Flucht gelingt und er von einem Polizisten angeschossen wird, weil der ihn für den Geiselnehmer hält. Ein Jahr später trifft der Autor einen Freund wieder, der behauptet, er sei seiner grauen Haare wegen gefeuert worden. Und zwar ausgerechnet von demselben Direktor, der das Opfer der spektakulären Geiselnahme gewesen ist und dessen perfide Methoden exemplarisch sind für einen neuen, inhumanen Stil der Personenführung, den man 'mobbing' nennt.

 

Angezogen von dieser Thematik, beginnt da Costa zu recherchieren und stößt auf ein Thema von äußerster sozialer Brisanz. Die gläsernen Fassaden von 'La Défense' werden zum Symbol für ein Arbeitsklima, das bestimmt ist von Einschüchterung und Schikane, Repressalien und Denunziantentum. Der einzelne ist darin zur Ameise degradiert und wird hemmungslos der Gewinnmaximierung geopfert, ohnmächtig gege
Frei zur Deutschsprachigen Erstaufführung