Hi, Mozart



Bernard da Costa Übersetzung: Karla Berkefeld

(Mozart bonsoir) 2 (1) D, 6 (3) H, , 1 Grunddek.

 

Mehrfachbesetzungen sind möglich Sein Leben lang hat Tony, ein Homosexueller des Pariser Straßenstrichs, sich nach Liebe, nach Schönheit und Harmonie gesehnt. Er hat die dunkelsten Farben, die finstersten Schlupflöcher des Lebens kennengelernt. Jetzt ist er alt und hässlich, seine Kunden werden zunehmend weniger, aber immer noch hofft er, das Glück zu finden, immer noch ist er Abend für Abend 'auf dem Sprung'. Seit einiger Zeit beobachtet er einen jungen Mann, ohne ihn jedoch besonders zu beachten, bis eines Tages aus dessen Zimmer 'diese Musik' erklingt ­ eine Musik, die Tony fortan ebenso wenig losläßt wie die Vorstellung, der Liebhaber Pierres werden zu können, dieses jungen Mannes, der für Tony auf einmal alles verkörpert, was er nicht war. Es gelingt dem verrückten alten Schwulen, das Interesse des jungen Mannes zu wecken, er kommt in dessen Wohnung, er hört 'dessen' Musik, er wirft sich vor Pierre zu Boden, er betet ihn an, er nennt ihn Mozart, als er hört, dass es Mozarts Musik ist, die ihm dieses unerhörte Lebensgefühl verschafft, er quartiert sich bei "Mozart" ein, er will 'alles für ihn tun', will für ihn anschaffen, auch 'stehlen, töten', er hört nächtelang 'seine' Musik, er glaubt Mozart, der in Wahrheit ein kleiner Rauschgiftdealer ist, seine Lügen, dass er aus gutem Hause sei, ein Student am Beginn einer hoffnungsvollen Karriere. Sie schmieden Pläne, sie träumen Träume. Aber Mozart ist launisch und ­ wirft Tony raus. Wie ein Hund kommt dieser wieder. Er, der dem anderen an Schönheit der Seele, an Hoffnungsbereitschaft und Gefühlswärme, haushoch überlegen ist, gibt dem gefühlskalten Schönling ein berauschendes Gefühl der Überlegenheit. Am Ende dieses Spiels von Hingabe und Zurückweisung, begehrlicher Annäherung und angewiderter Abstoßung, verlieren beide ­ der eine die grandiose Illusion, der andere das Leben. Des gefährlichen Überschwangs schließl

 

Ein Stück von einer seltenen, eigentümlichen Atmosphäre, in dem Poesie mit jedem Wort, jeder Empfindung zutage tritt. Die Personen, obwohl absolut menschlich, sind jenseits des Wirklichen, tangieren Mystisches, ja sogar Erhabenes. Es ist etwas für Liebhaber einer besonderen Art von Stücken, die etwas suchen, das weitab vom Konventionellen ist.