An die Grenzen



Eva Maria Schalk

Jugendstück, 4 D, 5 H (kann bei Doppelrollen auf 3 D, 4 H, oder bei Mehrfachrollen auf 2 D, 3 H reduziert werden),Einheitsbild mit änderbarem Mobiliar

 

Mario könnte der nette junge Mann von nebenan sein. Aber sein Leben ist bisher ziemlich ungewöhn­lich verlaufen. Er ist 17 Jahre alt, Hilfsarbeiter und arbeitslos, vorbestraft und lebt in tristen Verhältnissen. Damit er sich über Wasser halten kann, gehören kleine Diebstähle, Raufereien und Prostitution zu seinem Alltag. Hinein in den Teufelskreis Polizei und Gericht kommt er schnell, da genügten vorerst schon ein paar Kaufhausdiebstähle, aber er schafft es mit eigener Kraft nicht, sich aus diesem Kreis zu befreien. Wenn er Geld hat, verspielt er es in der Spielhalle. Oder er geht in seine Stammbar und lädt dort Freunde ein, damit will er sich Anerkennung erkaufen, denn von seiner Familie und anderen Menschen wird und wurde er immer nur getreten oder weggeschickt. Wenn Mario in Bedrängnis ist, schlägt er zu, so wie er es als Kind selbst erfahren hat. Der Jugendliche ist sensibel, hat viele gute Ansätze und möch­te auch ein ganz normales Leben führen, aber seine Labilität, die Spielsucht und sein Alkoholkonsum verhindern die Resozialisierung und immer wieder geht er bis auf die äußerste Grenze. Trotz des unge­wöhnlich hohen Einsatzes der Bewährungshelferin und der Verbindung zu seiner Freundin Sabrina, geht der Teufelskreis weiter. Nämlich als Mario seine Mutter kennen lernt und dabei zutiefst enttäuscht wird, kommt es zu einer groben Gewalttat und er landet im Gefängnis. Ob bei Mario die Resozialisierung gelingt bleibt offen, von der Institution Bewährungshilfe wird ihm anschließend an die Haft eine Intensivbetreuung auf einem Bauernhof angeboten. Zu oft erlebt die zu ehrgeizige Bewährungshelferin bei ihrer Arbeit Angriffe aus der Gesellschaft. Speziell im Fall Mario ist ihr berufliches Engagement sehr intensiv, sie verliert die Distanz zu ihrer Arbeit und langsam gelangt die einst starke, mütterliche Frau selbst an ihre psychischen Grenzen: sie gibt ihren Beruf auf.

 

Ein Jugendstück, das das problematische Leben eines auf die schiefe Bahn geratenen Jugendlichen tragisch, herzlich und humorvoll aufzeigt und gleichzeitig betroffen machen soll. Die Autorin möchte mit diesem Stück eine Brücke zwischen Täter und Opfer und zu all den anonymen Tätern bauen: Denn wer wegsieht, wo Hilfe gebraucht wird, wer ungerecht und vorschnell verurteilt, wer mit Füßen tritt, wo Hilfe gebraucht wird, der ist selbst ein Täter
Frei zur Uraufführung