Puppenspiel



Thor Truppel

Schauspiel in fünf Akten - 2 D, 2 H, 1 Dek.

 

Ein Geschwisterpaar, die gemeinsam schon verschiedene Brandanschläge verübt haben, kommen in ihre Heimatstadt zurück. Sie planen das Haus ihrer Kindheit und anschließend das Reichsgericht niederzubrennen, um ihre Vergangenheit in Schutt und Asche zu legen. Auf dem Dachboden ihres Elternhauses jedoch sind sie nicht allein: Zwei vergessene Marionetten - der Vater der Geschwister war ein in der DDR bekannter und beliebter Puppenspieler - befinden sich ebenfalls dort. Sie sind alt und verschlissen, doch sie konfrontieren die beiden jungen Menschen mit einer Vergangenheit, die diese längst vergessen zu haben glaubten, die aber der eigentliche Grund ihrer Zerstörungswut ist: Der sexuelle Missbrauch des Marionettenspielers an seiner eigenen Tochter. Am Ende bleibt unklar, welches Paar die Fäden in der Hand hält, die Menschen, die von ihrer Verzweiflung getrieben, alles niederbrennen wollen, oder die Puppen, die dieses zu verhindern versuchen.

 

Bei aller Fiktion ist die Geschichte von einem wirklichen Fall von Missbrauch beeinflusst. Der Autor hat das Stück den beiden Betroffenen gewidmet, die ihn zu diesem inspiriert haben.
Frei zur Uraufführung